Im Rahmen der Initiative MEHRWERT FÜR ALLE trafen sich am 10. Oktober 50 KöchInnen und LandwirtInnen im Biohof Lingenhel in Doren zur Abstimmung, welche Produkte in der Gastronomie gefragt sind.

VERNETZUNG und GENUSS für Bio-Landwirte, GastronomInnen und KöchInnen.

Immer mehr Gäste legen Wert auf nachhaltig und gesund hergestellte Lebensmittel. Regionale biologische Lebensmittel gewinnen damit auch in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung an Stellenwert. KöchInnen und GastronomInnen sind zum Vernetzungstreffen gekommen, um Bauern und ihr Angebot kennen zu lernen. LandwirtInnen wollen wissen, was in Küchen gebraucht wird.

Kathrin und Florian Mittermayer bewirtschaften die auf knapp 2000 Metern gelegene Freiburger Hütte. „Unsere Gäste sind ab und zu verwundert, dass wir keine Fertigprodukte und auch kein Wienerschnitzel auf der Speisekarte haben“ erzählt Kathrin schmunzelnd und ergänzt „doch Florian beeindruckt fast alle mit seinen kreativen Gerichten aus regionalen Zutaten“. Ein Netz von zuverlässigen Partnern auf der Alpe, im Ländle und für einzelne Zutaten auch österreichweit haben sich die beiden aufgebaut. „Die Logistik funktioniert gut und indem wir Zwischenhändler auslassen, kaufen wir beste Ware zu fairen Preisen und haben auch eine feine Gewinnspanne“, freut sich Florian.

„Suche – biete“

Melanie vom Almhof Schneider sucht regionale Anbieter und interessiert sich für MEHRWERT-Schulungen fürs Küchenpersonal. Michael von der Krone in Hittisau ist stets auf der Suche nach heimischen Zutaten, wie Klaus und Elisa von Pleifer´s Engel in Hard, die Wintergemüse brauchen. Das bietet Michael Kühne von Lisilis Bio-Hof, der am selben Tisch sitzt, gerne. Eva Schaper vom Schönsteinhof hat noch ein bisschen Kapazität und orientiert sich bei der weiteren Ausrichtung an den Wünschen der Gastronomen.

Kaspar Kohler gesteht „Wir Bauern sind keine Vermarktungsprofis und via Internet nur schwer auffindbar. Um erfolgreich zu sein, müssen wir uns zusammentun, wie die Bio-Bauern Sulzberg, die zwar ab vom Schuss liegen, doch gemeinsam ihre Erzeugnisse im ganzen Land anbieten können.“ Die steigende Nachfrage heimischer Qualitätslebensmittel bestätigt auch Bertram Martin: „Seit dem Fipronil-Skandal kommen wir mit der Eierlieferung gar nicht mehr nach. In der Landwirtschaft kann man keinen Turbo zuschalten. Es ist daher wichtig, gemeinsam zu planen, die bisherigen Partner zuverlässig zu bedienen und Großaufträge nur sukzessive anzunehmen.“

Hier haben Florian Timmermann und Angelika Stöckler die Interessen und Angebote der weiteren TeilnehmerInnen kurz zusammengefasst: Das suchen und bieten die TeilnehmerInnen_2017-10-10

Für den Genuss sorgte MEHRWERT-Beauftragter Alexander Kowarc, der ein feines Bio-Menü aus den von den Gästen und vom Biohof Lingenhel bereitgestellten Zutaten zubereitete. Charmant serviert wurde es von SchülerInnen der HLW Riedenburg unter der Anleitung von Gerda Krämer.

Die Mitveranstalter Manuel Kirisits und Florian Timmermann von Bio-Austria Vorarlberg sowie die Gastgeber Agathe und Karl Lingenhel freuten sich über das große Interesse und die gelungene Vernetzung. Projektleiterin Angelika Stöckler fasst zusammen: „Wir haben das Glück, dass zu den MEHRWERT-Vernetzungen wirklich interessierte und innovative KöchInnen und LandwirtInnen kommen. Heute wurden echte „Leuchttürme“ präsentiert, die zur Nachahmung animieren und maßgeblich zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung beitragen. Besonders freut mich, dass unmittelbar bei der Veranstaltung Partnerschaften zwischen Küche und Landwirtschaft entstanden sind. Davon profitieren wir alle im Land – auch als Essensgäste und Naturliebhaber.“

Fotos: Klaus Hartinger/NEUE

Fotos: Juliane Feurstein & Angelika Stöckler/MEHRWERT

 

Medienberichte:

2017-10-12_NEUE_Küche trifft Bio-Landwirtschaft_Doren

Küche trifft Bio-Landwirtschaft, 10.10.2017